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In januari 2001 wordt in Berlijn het 100-jarig bestaan van Duits cabaret (Kabarett) gevierd. Hieronder volgt het programma (in het Duits).
Meer informatie: website Akademie der Künste
Akademie der Künste Berlin
18.1.2001
| 19 Uhr | Eröffnung des Ausstellung "Die Welt als Cabaret"
Wie Kabarett in Deutschland begann (1901-1916) Einführung: Volker Kühn |
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| 20 Uhr |
Die lange Nacht des Kabaretts Hendrike von Sydow und Dieter Thomas
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Freitag, 19. Januar 2001, 20 Uhr
" Zores haben wir genug..."
Galgenhumor am Abgrund: Kabarettistisches im Jüdischen Kulturbund
Zusammenstellung und Leitung: Volker Kühn
Als Deutschland unter das Hakenkreuz kam, war für Kabarett,
Zeitkritik und Satire kein Platz mehr. Jüdische Schauspieler
und Kabarettisten waren mit Auftrittsverbot belegt. Nur im Jüdischen
Kulturbund durften sie noch bis 1941 vor ihren Glaubens- und Leidensgenossen
spielen. Dort gab es ab 1935 sogar eine Kleinkunstbühne, die
von Max Ehrlich, dem einstigen Star-Conferencier des Berliner "Kabarett
der Komiker" geleitet wurde. Der Abend bringt Ausschnitte aus
den Programmen, die später auch im Konzentrationslager Westerbork
gespielt wurden. Viele der Kabarettisten wurden in Auschwitz ermordet.
Cathlen Gawlich - Petra Hartung - Bernd Stempel - Volker Kühn
Uwe Hilprecht, Piano - Dragan Lawford, Violine
Samstag, 20. Januar 2001, 20 Uhr
Das Wunderkind
Ein Stück Musik um Hollaenders "Lieder eines armen Mädchens"
Buch und Regie: Volker Kühn
Friedrich Hollaenders Songs, Chansons und Schlager
sind bis heute unvergessen und gehören noch immer zum eisernen
Repertoire-Bestand erfolgreicher Kleinkunstabende. "Das Wunderkind"
erzählt die Geschichte von Lieschen Puderbach, jener Wedding-Type,
der Hollaender seine legendären "Lieder eines armen Mädchens"
widmete und seinerzeit seiner Partnerin Blandine Ebinger auf den
Leib schrieb. Alfred Polgar, der berühmte Kritiker, war von
der Wucht solcher Lieder wie "Mit eenem Ooge kiekt der Mond
mir an", "Wenn ick mal tot bin" oder dem "Groschenlied"
erschlagen: "Traum und Wunsch, so arm und zerbrochen, als wären
sie aus der Müllkiste herausgelesen."
Katherina Lange
Ulrich Jokiel, Piano
Sonntag, 21. Januar 2001, 11 Uhr
"Totentanz - Kabarett im KZ"
Ein Film von Volker Kühn
Kabarettistisches am geöffneten Grab -
eine makabre Vorstellung. Und doch gab es das zur Nazi-Zeit. Von
der SS zuerst verboten, später geduldet und zeitweise sogar
befohlen, gab es in den Konzentrationslagern wie Dachau, Westerbork
und Theresienstadt zahlreiche Kabarettauftritte. Kaum einer, von
denen, die daran mitwirkten, hat überlebt. Ein beklemmender
Film berichtet von diesem Kabarett im Angesicht des Todes.
Auf der Matinee-Veranstaltung stellen Wolfgang M. Schwiedrzik und
Volker Kühn außerdem eine neue CD mit Aufnahmen der Kabarettisten
vor, die in deutschen Konzentrationslager eingesperrt und ermordet
wurden.
Montag, 22. Januar 2001, 20 Uhr
"Zores haben wir genug..."
Galgenhumor am Abgrund: Kabarettistisches im Jüdischen Kulturbund
(s. 19.1.)
Dienstag, 23. Januar 2001, 20 Uhr
Das gab's nur einmal - und Rudi macht Musik dazu
Musik fürs Kabarett: Werner Richard Heymann und Rudolf Nelson
Zusammenstellung und Leitung: Volker Kühn
Das kabarettistische Programm erinnert an zwei
große Unterhaltungsmusiker, die sich schon früh von der
Kleinkunst angezogen fühlten: Rudolf Nelson hatte bereits 1904
sein eigenes Kabarett, den "Roland von Berlin", in dem
die ersten Kabarett-Schlager aus der Taufe gehoben wurden, darunter
das berühmte "Ladenmädel". Und die späteren
Nelson-Revuen, in denen prominente Schauspieler wie Grethe Weiser,
Ernst Busch, Kurt Gerron und Gustaf Gründgens auftraten, gaben
dem Kulturangebot der "Tollen Zwanziger" ihr Gepräge.
- Auch Werner Richard Heymann, der vielseitige Musiker, der vor
allem als Tonfilmkomponist ("Der Kongreß tanzt",
"Bomben auf Monte Carlo") bekannt wurde, begann seine
Karriere im Kabarettkeller: in Trude Hesterbergs "Wilder Bühne".
Zu seinen Textautoren gehörte auch Kurt Tucholsky. Beide Komponisten
mußten 1933 Deutschland verlassen.
Cathlen Gawlich - Heike Jonca - Katherina Lange - Barbara Schnitzler
- Matthias Günther - Udo Kroschwald - Cusch Jung
Jürgen Beyer, Piano - Torsten Scholz, Violine
Mittwoch, 24. Januar 2001, 20 Uhr
Das gab's nur einmal - und Rudi macht Musik dazu
Musik fürs Kabarett: Werner Richard Heymann und Rudolf Nelson
(s. 23.1.)
Samstag, 27. Januar 2001, 20 Uhr
Wir Hinterbliebenen
Kabarett der Stunde Null
Zusammenstellung und Leitung: Volker Kühn
Das Kabarett nach 1945 begann mit einem Rückblick.
Da wurden noch einmal die Texte der im Dritten Reich verbotenen
Autoren Tucholsky, Mehring, Weinert, Kästner, Ringelnatz, Brecht
und Hollaender beschworen, die verzweifelt vor der braunen Diktatur
gewarnt hatten. Erich Kästner war einer ersten, die im Trümmer-Deutschland
wieder nach einem kabarettistischen Neuanfang suchten. Sein "Marschlied
45", das in der Münchner "Schaubude" ebenso
trotzig wie programmatisch den Überlebenswillen der Davongekommenen
beschwört, markiert den eigentlichen Neubeginn des deutschen
Nachkriegs-Kabaretts: "Wir hab'n ja den Kopf noch fest auf
dem Hals."
Cathlen Gawlich, Gisela May, Wolfgang Häntsch, Hermann Treusch
Ulrich Jokiel, Piano - Knut Becker, Gitarre, singende Säge
Sonntag, 28. Januar 2001, 11 Uhr
"Ich lache Tränen, heule Heiterkeit..."
Eine Erinnerung an Wolfgang Neuss
Mit Volker Kühns Film-Porträt und Video-Ausschnitten aus dem Kabarett-Programm "Das jüngste Gerücht" soll an den einstigen Berliner Kabarettisten Wolfgang Neuss erinnert werden. Neuss, der Berliner aus Breslau, war als Filmstar populär, bevor er in den Sechzigern mit seinen satirischen Solo-Programmen von sich reden machte. Anfang der siebziger Jahre zog er sich von der Kabarett-Bühne zurück, ließ aber als sprücheklopfender "Undergound-Guru" von Zeit zu Zeit immer wieder von sich hören. 1989 starb er in Berlin.
Sonntag, 28. Januar 2001, 20 Uhr
Wir Hinterbliebenen
Kabarett der Stunde Null (s. 27.1.)
Dienstag, 30. Januar 2001, 20 Uhr
Das Wunderkind
Ein Stück Musik um Hollaenders "Lieder eines armen Mädchens"
(s. 20.1.)
Mittwoch, 31. Januar 2001, 20 Uhr
Es liegt in der Luft was Idiotisches...
Mischa Spoliansky und seine Kabarett-Revue
Zusammenstellung und Leitung: Volker Kühn
Mit diesem Programm wird an Mischa Spoliansky
erinnert, der im "Schall und Rauch" und in der "Wilden
Bühne" am Klavier saß, bevor er mit seinen geistreich-witzigen
Berliner Kabarett-Revuen von sich reden machte. Hier gab auch eine
unbekannte Kleindarstellerin mit Namen Marlene Dietrich ihr vielbeachtetes
Kabarettdebüt, als sie zusammen mit Margo Lion den "Song
von der besten Freundin" zum Besten gab. Die Korrespondenz,
die der nach London emigrierte Mischa Spoliansky in den siebziger
Jahren mit Margo Lion und Blandine Ebinger wegen ihres gemeinsamen
Comebacks bei den Berliner Festwochen führte, bildet den roten
Faden dieser kleinen kabarettistischen Revue.
Katrin Klein, Barbara Schnitzler, Cusch Jung
Jürgen Beyer, Piano - Torsten Scholz, Violine
Donnerstag, 1. Februar 2001, 20 Uhr
"Ich bin der größte Idiot des Jahrhunderts"
Das erste deutsche Kabarett: Wolzogens "Überbrettl"
Zusammenstellung und Leitung: Volker Kühn
Ein deutscher Freiherr, Ernst von Wolzogen,
gilt als Gründer des deutschen Kabaretts. Im Januar 1901 eröffnete
er in Berlins Alexanderstraße sein "Überbrettl".
Dieses "Bunte Theater" fand rasch Nachahmer: noch im gleichen
Jahr eröffnete Max Reinhardt sein "Schall und Rauch",
Rudolf Bernauer führte seine "Bösen Buben" vor,
und in München scharten sich die "Elf Scharfrichter"
um den Bänkelsänger und Stückeschreiber Frank Wedekind.
Bald war in Berlin und anderswo von einer regelrechten "Brettl-Seuche"
die Rede. Das Programm beinhaltet Wolzogens Erinnerungen und Chansons
aus dem ersten deutschen Kabarett-Programm.
Lena Stolze, Otto Sander, Thomas Schendel
Jürgen Beyer, Klavier - Dragan Lawford, Violine
Samstag, 3. Februar 2001, 20 Uhr
"Ich bin der größte Idiot des Jahrhunderts"
Das erste deutsche Kabarett: Wolzogens "Überbrettl"
(s. 1.2.)
Sonntag, 4. Februar 2001, 11 Uhr
BIandine in Concert
Blandine Ebingers Abschied von der Bühne
Sie war Friedrich Hollaenders Muse: Blandine Ebinger, die große Berliner Diseuse des literarischen Kabaretts. Hollaender schrieb für sie den Chanson-Zyklus "Lieder eines armen Mädchens", mit denen sie ein ganzes Künstlerleben ihr Publikum zu Lachen und Tränen rührte. 1982, elf Jahre vor ihrem Tode, gab sie in der Berliner Akademie der Künste ihr Abschiedskonzert. Volker Kühns Video-Film, der zu Blandine Ebingers 100. Geburtstag erstaufgeführt wurde, dokumentiert diesen Abschied von der Bühne.
Montag, 5. Februar 2001, 20 Uhr
Es liegt in der Luft was Idiotisches...
Mischa Spoliansky und seine Kabarett-Revue (s. 31.1.)